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Magnolienmord in Gallneukirchen

Neu- und Umgestalten heißt das Modewort der in diesen Fällen gar nicht so auf Sparsamkeit bedachten Kommunen, mit denen sich alles rechtfertigen lässt. Sie gehen nicht nur mit dem Steuergeld der Bürger, sondern auch mit deren Willen locker um. Jüngstes von unzähligen Beispielen: Neugestaltung des Gallneukirchner Stadtplatzes. Dass wie immer bei solchen Projekten die Natur und auch die für sie kämpfenden Schützer das Nachsehen haben, gehört zu den ungeschriebenen Gesetzen, von denen herab die Verantwortlichen die lange Nase zeigen.
Alles lauft nach dem bewährten Schema ab: Zur Beruhigung der Bewohner und lästigen Unterschriftensammler wird versprochen, einen vorhandenen liebgewonnenen und wertvollen Baumbestand zu schonen. Wie üblich (und warum sollte die Stadt Gallneukirchen eine wohltuende Ausnahme sein) kommt das Brechen dieses Versprechens wie das Amen im Gebet.
„1000 Unterschriften für 2 Magnolien? Uns doch egal!° tut die Frau Bürgermeister kund und greift in den Sack der üblichen Ausreden (Bäume sind entweder krank, gefährlich oder hinderlich
an allem, wie „Experten“ blitzartig feststellen). Ein paar Krokodilstränen zerdrückt und schon ist das Plansoll an täglicher Versiegelung und Aufträgen an die Baulobby wieder erfüllt.
Was kratzen uns groß angekündigte Aktionen zum Schutz der Natur und die medialen Umweltevents, wir gestalten uns unsere eigenen Ortskaiserdenkmäler.
Liebe Bürgermeister(innen) in den klimatisierten Amtsstuben versteinernder Städte und Orte: Wer den Bürger und den Wert alter schattenspendender und die Seele der Menschen erfreuender Gewächse und deren stetes Wachsen und Blühen so gering schätzt, der verdient auch keine Wertschätzung der Bevölkerung, der Sie verpflichtet wären. Sie wollen doch eine „blühende Gemeinde“? Zum Erreichen einer solchen gehört aber Einfühlungsvermögen und keine Straßenwalzenmentalität.

Welf Ortbauer
Baumrettungsinitiative Linz

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