Bürgerinitiativen legen Linzer Baumschutz-Charta vor

Wir bitten um Unterstützungs-Unterschriften! (Siehe: Unten im Text)

LINZ. Die Schlägerung der Silberweiden am Urfahraner Donauufer brachte das Fass zum Über­laufen. Verschiedene Linzer Bürgerinitiativen, die in der Vergangenheit mehrfach gegen Baumfällun­gen protestiert hatten, haben sich Ende April zu einer gemeinsamen Plattform zusammen ge­schlossen. Ihre Forderungen an Stadt- und Landesregierung haben sie in der Linzer Baumschutz-Charta formuliert, die sie am 23.4. der für die Grünanlagen zuständigen Stadträtin Susanne Wegscheider (VP) und der Leiterin der Stadtgärten, DI Barbara Veitl, übergeben haben.

Darin kritisieren sie leichtfertige Fällungen – teilweise ganzer Alleen – der vergangenen Jahre und fordern mehr Transparenz und Einbindung der Öffentlichkeit. Dazu sol­len zB Daten wie Gesundheitszustand, Pflegemaßnahmen und bevorstehende Fällungen von Bäumen, die ohnehin von den Stadtgärtnern dokumentiert werden, auf der Website der Stadt Linz für die Öffentlichkeit einsichtig gemacht werden. Durch eine fortgesetzte Pflege könnten viele Bäume noch auf Jahre hinaus erhalten werten, die bisher übertriebe­nem       Sicherheitsdenken weichen mussten. Da die Fällung großer Bäume einen massiven Eingriff in Stadtökologie und Stadtbild darstellt, der auch durch noch so kostspielige, nach­gepflanzte Jungbäume jahrzehntelang nicht annähernd ausgeglichen werden kann, for­dern die Initiativen bei bevorstehenden Fällungen das Recht ein, mit der Stadt auf Augen­höhe Alternativen erarbeiten zu können, indem zB unabhängige Sachverständige beigezo­gen oder Baumpatenschaften übernommen werden.

Ein Umdenken wollen die Initiatoren der Charta auch bei der Gestaltung öffentlicher Plätze erreichen: so habe vielen Linzerinnen und Linzern die Vorgehensweise ihrer Stadtverwal­tung in den vergangenen Jahren sehr missfallen, Bäume und Grünflächen auf öffentlichen Plätzen durch gepflasterte Flächen zu ersetzen, die gelegentlich mit Minibäumchen behübscht wurden. „Zu einer Lebensstadt gehört unserer Meinung nach auch Platz für die Natur, und nicht, dass man alles Lebendige immer weiter zurück drängt“, so Monika Freundlinger-Lewaschowa von der Initiative „Allee Urfahrer Donaupromenade bleibt!“. „Zum Flair vieler beliebter Touristenziele überall in Europa und auf der Welt gehören großzügige Grünanlagen, Alleen und Baumgruppen, auf die diese Städ­te zu Recht stolz sind. Von ihnen soll sich Linz einen positiveren Zugang zum eigenen Baumbestand abschauen“, ergänzt Welf Ortbauer von der „Blattform Natur und Stadt“.

Vielfach würden Bäume auch Bauprojekten einflussreicher Auftraggeber zum Opfer fallen. „Hier erwarten wir uns von der Stadt mehr Einsatz für die im Bebauungsplan als erhaltenswert eingezeichneten Bäume und für die Nachpflanzung großkroniger Bäume“, so Günter Eberhardt von der Bewohnerinitiative Froschberg.

Begrüßenswert finden die Erstunterzeichner der Charta den Vorstoß der Stadtverwaltung, sich beim Land Oberösterreich für eine Baumschutzverordnung für Linz einzusetzen. Elise Speta vom Naturschutzbund OÖ betont: „Drei der vier größten Städte Österreichs haben erkannt, dass ihre Bäume ein so wertvol­les Gut sind, dass sie besonderen Schutz vor Fällungen und verstümmelnden Schnittmaßnahmen verdienen. Nur in Linz gibt es noch keine ent­sprechende Verordnung.“ „Wir hoffen, dass Land und Stadt endlich über ihren Schatten springen und eine solche Baumschutzverordnung nicht wie in der Vergangenheit durch Tricksereien zu Fall gebracht wird“, ergänzt Bernhard Reiter von der Initiative Innenhofgrün.

Die Baumrettungsinitiative sammelt nun Unterstützungserklärungen für ihre Charta auf http://innenhofgruen.raz.or.at und plant weitere Gespräche mit den Verantwortlichen sowie Informationsveranstaltungen zum Thema.

Foto: http://innenhofgruen.raz.or.at/wp-content/sites/5/baumschutz-charta.jpg
Text: Die Initiatorinnen und Initiatoren der Linzer Baumschutz-Charta bei der Übergabe an Stadträtin Wegscheider (23.4.2014)
v.l.n.r: Bernhard Reiter (Initiative Innenhofgrün), Susanne Schuster (Initiative „Allee Urfahrer Donaupromenade bleibt“), Bettina Thewanger (Initiative „Allee Urfahrer Donaupromenade bleibt“), Ingo Reiss (Naturschutzbund OÖ), Alois Kugler (Naturschutzbund OÖ), Monika Freundlinger-Lewaschowa (Initiative „Allee Urfahrer Donaupromenade bleibt“), Günter Eberhardt (Bewohnerinitiative Froschberg), Welf Ortbauer (Blattform Natur und Stadt), Elise Speta (Naturschutzbund OÖ), Stefan Pichler (Initiative FahrRad), Wolfgang Bendlin (Naturschutzbund OÖ)

Presseaussendung online: http://innenhofgruen.raz.or.at/2014/05/07/presseaussendung-7-5-2014/

Bei Rückfragen:
Bernhard Reiter (Initiative Innenhofgrün): innenhofgruen (@) raz.or.at, 0650/6650333

Mit freundlichen Grüßen
Bernhard Reiter und Kati Pregartner
Initiative Innenhofgrün
0650/6650333
http://innenhofgruen.raz.or.at/
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Aktuelles zum Gartenamt

Das Gartenamt antwortet offenbar grundsätzlich nicht auf brisante Anfragen. Schon seit 2 Jahren wartet die Initiative auf konkrete Antworten zu Fragen bzgl. Baumfällungen im Stadtgebiet.
Trotz Urgenzen und persönlicher Übergabe der Fragen in schriftlicher Form an die Leiterin des Gartenamtes anlässlich einer Vorsprache bei Stadträtin Wegscheider am 23.4. 2014 und einer neuerlichen Anfrage am 5.5.14 schweigt der Magistrat beharrlich. Warum? 

 

Silberweidenfällungen

„…wir die Stadtgärten wollen hier entlang der Donau auf Linzer Stadtgebiet der Silberweide ihren von Natur aus angestammten Platz zuerkennen und sichern.“

Stadtgärten_Tafel_AusschnittAuch eine Art des „Sicherns“. DANKE GARTENAMT.Silberweidenstümpfe in Margarethen

 

Baumlied

Interpretin: Micha Roitner    Text: Welf Ortbauer

Liebe Baumfreunde!

Liebe Baumfreunde!

Zusammen mit einem anderen Linzer, Herrn Architekt Eberhardt, dem die Bäume in Linz und auch die Innenhöfe sehr am Herzen liegen, haben wir erreicht, bei der für das Stadtgrün zuständigen Politikerin, Frau Stadtrat Wegscheider, am 23.4. um 13.15h (neues Rathaus, 5.Stock, Zi 5062,) über das Problem der Baumfällungen in Linz zu sprechen (auch Fr. Veitl vom Gartenamt ist dabei).
Es geht uns u.a. darum, dass Bäume nicht gegen den Willen der Bevölkerung umgemacht werden, ohne dass Gelegenheit für ein Gegengutachten geboten wird, denn wir glauben, dass sehr viele gesunde Bäume umgeschnitten werden, aus welchen Gründen auch immer. Wir möchten auch Auskunft, ob da etwa wirtschaftliche Interessen dahinterstecken.
Es wäre hilfreich, wenn von jeder Initiative, die sich für die Bäume in Linz einsetzt, ein Vertreter bei diesem Gespräch dabei ist, denn je mehr Leute dahinterstehen, desto mehr muss die Politik sie beachten. Nur gemeinsam sind wir stark.
Daher meine Bitte: Kommen Sie oder ein Vertreter Ihrer Initiative zu diesem Termin und sagen Sie es auch in Ihrem Bekanntenkreis weiter -ich kenne nicht alle diesbezüglichen Initiativen, wenn Sie noch Adressen von Menschen, die in Frage kämen, haben, bitte teilen Sie sie mir mit. Wir sollten möglichst geschlossen den Politikern entgegentreten.

herzliche Grüße
Dr. Welf Ortbauer
„Blattform Natur und Stadt“
Tel: 069910779394

Traunauen -Baumfällungen

Baumfällungen in den Traunauen bei Ebelsberg/Kleinmünchen

Schild

Fotos: M. Ecker

Offener Brief an den Linzer Bürgermeister zu den massiven Baumfällungen

Abendrast Blog

Sehr geehrter Herr Bürgermeister!
Ich appelliere an Sie, die unselige Gepflogenheit der „Stadtgärten“, jedes Jahr unzählige wertvolle Bäume zu schlägern, sofort zu stoppen. Ganze Alleen und Altbestand von unschätzbarem Wert werden aus fadenscheinigen Gründen vernichtet. Vor kurzem erst wurden markante Bäume und Teile einer Allee am Rande des AKHParks beseitigt, nun soll das Donauufer in Urfahr gerodet werden. Die Eingriffe in die letzten Reste der städtischen Natur nehmen immer gravierendere Ausmaße an, die Bürger werden obrigkeitshaft übergangen.
Ich bat mit Schreiben vom 19.3.2012 (!) den Magistrat (Gartenamt) um Antwort auf einige Fragen zur Sache. Ich machte mein Bürgerrecht auf Transparenz und Information (ein EU-Recht) geltend
und wollte wissen, ob vor der Fällung eines Baumes, mit dem der Umwelt und den Stadtbewohnern ja ein Wert entzogen und Schaden angerichtet wird, ein entsprechendes Gutachten eines unabhängigen Sachverständigen eingeholt wird. Es werden ja in der Regel lediglich durch Mitarbeiter des Gartenamts dürftige, nicht…

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